Asami

eingesendet von Frau Ferrari

Im Tierheim hiess ich Mieze.

Mein neues Frauchen taufte mich dann Asami. Sie sagte, dass man nicht einfach Mieze heissen kann, wenn man so hübsch ist. Ich gewöhnte mich schnell an diesen Namen. Nach einer Woche reagierte ich bereits darauf, was mein Frauchen sehr freute. Ist ja auch ein schöner Name – japanisch – und heisst übersetzt „schöner Morgen“.

Aber jetzt von Anfang an. Meine Vorgängerin war schon alt – 17 Jahre – und musste wegen Altersbewerden eingeschläfert werden, was nicht einfach war, sagte mein Frauchen. Sie kam auf der Suche nach einem neuen Katzentier ins Tierheim Surber, wo ich schon 3 Monate lang auch die „Richtige“ wartete. In meinem früheren Zuhause war es mir wohl, da gab es keine Zweifel. Leider wanderte die Familie ins Ausland aus, und ich konnte nicht mitreisen. Im Tierheim Surber wurde ich gut gepflegt, bekam sogar zwischendurch „Stängeli“ und konnte durch den Zaun in den Wald schauen, aber halt nur schauen und leider nicht auf die „Pirsch“ gehen.

Mein Frauchen sagte, sie hätte sich gerade in mich verliebt, als sie mich zum ersten Mal im September 2007 sah, konnte mich aber nicht sofort mitnehmen, da sie noch in ein Seminar und anschliessend in die Ferien fuhr. Ich musste also noch ausharren.......und wusste nicht so recht, ob sie mich wirklich holen kommt. Es ging doch alles so lang. Dann endlich, als ich nicht mehr daran glaubte, kam sie. Mir war im Katzenkorb richtig mulmig. Wohin geht es, was erwartete mich? Man weiss ja nie wie sich alles entwickelt.....!

In meinem neuen Zuhause angekommen, verzog ich mich zuerst mal unters Bett, das schien mir der richtige Ort zu sein, um die Atmosphäre, die da herrschte, aufzunehmen. Als nach 15 Minuten Frauchen mich mit einem „Stängeli“ hervorlockte, war ich schon zuversichtlich, weil es scheinbar am neuen Ort diese Leckerbissen auch gab. Im Wohnzimmer gewahrte ich mein zukünftiger Stammplatz auf einem breiten Polster mit Aussicht. Also schon wieder ein Pluspunkt am neuen Ort. Im Übrigen gab man sich Mühe, dass ich mich gut einlebte und verwöhnte mich, was ich beruhigend zur Kenntnis nahm. Ich fühle mich wohl, das kann man sagen. Aber etwas fehlte noch. Die Umgebung nur durch die Fenster wahrzunehmen, war mit der Zeit sehr langweilig. Ich wollte draussen mein Revier abstecken. Nach zwei Wochen trug mich Frauchen draussen herum, mal auf die rechte dann auf die linke Seite des Hauses. In der dritten Woche kam sie auf die unglaublich blöde Idee mir ein „Gstältli“ anzuziehen, damit sollte ich mich draussen an der Leine bewegen. Das war so ekelhaft, dass ich mich wehrte und wand, um das Zeug loszuwerden. Frauchen fasste dann endlich einwenig Vertrauen und liess mich frei. Ich wusste schon lange, wo was war, das habe ich mir gemerkt, als sie mich auf dem Arm herumführte. Für mich war es kein Problem wieder zurückzufinden. Inzwischen hatte ich beim Küchenbalkon auch schon eine Treppe, die mir Werner zimmerte. Nach einer ½ bis 1 Stunde meldete ich mich wieder zu Hause mit einem Miau an, was Frauchen ziemlich beruhigte. Auf der Vorderseite des Hauses hat es zu meinem Entzücken noch einen Balkon, leider befindet sich da kein Abgang, was allerdings für mich kein Hindernis darstellte, den Boden zu erreichen. Vor einiger Zeit hat Frauchen Werner gebeten, auch vorne einen Abgang zu machen. Also ganz vornehm ist der.....auf dem obersten Brett kann ich gut sitzen und die Umgebung wahrnehmen – so durch die Blume, nein durch die Eibe – ,um dann in zwei weiteren Stufen bequem auf dem Boden zu landen. Der Heimweg ist jetzt noch einfacher. Je nachdem woher ich komme, muss ich keinen Umweg mehr machen. Das finde ich wichtig finde, denn wenn ich eine Maus heimbringe, will ich dies auf direktem Weg tun. Ich gebe mir unglaubliche Mühe Frauchen was Schönes heimzubringen, sie scheint jedoch mit meinen Geschenken nicht immer glücklich zu sein, nein, sie schimpfte mich sogar aus, als ich in einem Gang zwei kleine Vögel nach Hause brachte. Zweimal übergab ich ihr eine Blindschleiche, auch dafür scheint sie kein Verständnis zu haben. Da komme ich wirklich nicht mit.

Bereits zweimal fuhr mein Frauchen in Kurse oder Ferien. Sie brachte mich zu einer Freundin, die ein Haus bewohnt. Ich fand das ganz toll, da hat man drei Stockwerke und einen Garten, wo ich mich tummeln kann. Natürlich musste ich mich wieder umschauen und alles merken, damit ich wieder zurückfand. Das ist aber für mich kein Problem, ich bin doch nicht blöd....... Frauchen liess eine Jacke am neuen Ort, das empfand ich als angenehm, ausserdem war mein viel zu kleines Körbchen, das ich aber liebe, dabei und somit fühlte ich mich auch am „neuen“ Ort wohl. Meine „Stängeli“ hat sie auch mitgegeben, somit vermisste ich nichts. Noch etwas zu den „Stängeli“. Frauchen fährt deswegen extra zu Aldi. Der Laden sei ihr – wie sie sagt – unsympathisch, aber meinetwegen tut sie ja Vieles. Und so kam es, dass ich gerne „eine Stängeli-Dressur“ auf mich nahm. Ich muss mich nämlich hinsetzen und Pfote geben, dann kriege ich die Leckerei. Jeder Mensch hat scheinbar seinen eigenen Vogel, so ist es auch bei meinem Frauchen. Sie scheint ganz happy zu sein, wenn wir dieses Kunststück dem Besuch vorführen. Alle Leute bewundern sie, resp. mich. Also wie gesagt, meines neues Zuhause gefällt mir; ich möchte nicht mehr ins Tierheim. Ich grüsse alle, die dort noch darauf warten, dass die richtigen Menschen kommen und uns vom Tierheim ein gutes Zuhause bieten.

Asami

Im August 2008

Sonya Ferrari mit Asami

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