Roschko

eingesendet von Frau Merk

Im Spätherbst 2001 besuchten wir das Tierheim Surber, um Ausschau nach einem bestimmten Hund zu halten, den wir im Internet gesehen haben. Nachdem wir Frau Surber unsere Situation geschildert haben, riet sie uns aber von diesem Hund ab. Also schauten wir uns weiter um, bis da so ein kleiner weisser Knäuel hereinspaziert kam. Zielgerecht steuerte er – natürlich in der Hoffnung auf ein Leckerli - auf uns zu und da war es gleich um uns geschehen. Der kleine Knäuel Namens Roschko eroberte unsere Herzen im Sturm. Doch da gab es noch einen Knackpunkt, unsere sehr eigenwillige Dackelhündin Chiara, die sehr wählerisch im Umgang mit anderen Vierbeinern ist. Bei einem Probespaziergang mit den beiden zeigte sich unsere Dackeldame aber erstaunlich ruhig, sie war freilich nicht begeistert von Roschko, doch sie liess ihn in Ruhe. Da war für uns klar, Roschko, der kleine Rüde aus Bulgarien soll es sein.

Ein paar Wochen später konnten wir Roschko mit nach Hause nehmen. Die erste Nacht versteckte sich Roschko in der Garderobe. Unsere männlichen Gäste pflegte er anfangs mit einem „freundlichen“ Wadenschnapper zu begrüssen und kämmen fand er voll blöd. Auch drei Ausreissversuche unternahm er. Chiara fand den Neuankömmling auch nicht so wirklich lässig und knurrte ihn meist an. Dies war vor drei Jahren. Einen Familienhundekurs sowie einen Erziehungskurs später und unter Einsatz von viel Geduld und Liebe ist heute alles anders. Unsere männlichen Gäste brauchen keine Wadenschützer mehr zu tragen um uns zu besuchen, denn heute werden sie von Roschko mit Freude begrüsst. Fremden gegenüber ist er immer noch skeptisch, aber er lässt sie ihn Ruhe. Chiara hat sich auch überwunden und Hundefreundschaft mit ihrem „grossen Bruder“ geschlossen. Die beiden liegen oft nebeneinander auf dem Sofa, spielen zusammen und am liebsten ärgern sie andere Hunde gemeinsam (was leider immer sehr geführchig aussieht, auch wenn es dies nicht ist). Roschko gehorchte bereits nach wenigen Wochen besser als Chiara in elf Jahren und er ist ein richtiges Kuschelmonster. Auf neue Situationen reagiert er immer noch eher ängstlich. Da Chiara aber keine Angst kennt, schliesst er sich jeweils ihr an. Immer noch entdecken wir, wie Roschkos Verhalten Fortschritte macht. Er ist viel lebensfreudiger geworden, hüpft gerne wild durch die Umgebung und beim Spazieren liebt er es, auch mit anderen weiblichen Hunden zu spielen (Rüden findet er nach wie vor nicht sehr spannend). Während er anfangs vor Kindern flüchtete hat er nun gemerkt, dass auch kleine Menschen Leckerlis verteilen können und seither lässt er sich grosszügigerweise auch von Kindern streicheln. Wir waren nun schon mehrmals mit den beiden Hunden in den Ferien und planen auch diesen Sommer wieder gemeinsam zu verreisen. Roschko ist als Teil der Familie nicht mehr wegzudenken. Alle Verwandten und Freunde haben die kleine Rakete in ihr Herz geschlossen und wir müssen immer darauf bedacht sein, dass er nicht zu sehr verwöhnt wird (er neigt etwas zu Übergewicht, aber das haben wir mittlerweile unter Kontrolle). Wir danken dem Tierheim-Surber-Team für die guten Tipps und für die riesige Arbeit, die sie für Hunde wie Roschko leisten. Wir konnten und können nach wie vor viel von und mit Roschko lernen.

Isabelle Merk und Rugy De Pellegrini


PS. Noch einen besonderen Dank an die liebe Frau, die jeweils mit den Surber-Hunden spazieren geht. Sie hat uns damals ein Bettli für Roschko geschenkt, in diesem schläft er heute noch gerne und lange.

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