Tequilla & Gräueli

eingesendet von Frau Rohner

Ich suchte über ein Jahr zwei Katzen und musste feststellen, dass das ein schwieriges Unterfangen darstellte. Nachdem ich zweimal über den Tisch gezogen wurde und meine Katzen ein paar Tage vor meiner Abholung einfach an jemand anderen vergeben wurde, gab ich beinahe auf. Ziemlich enttäuscht und lustlos, dass in der heutigen Zeit ein Wort nichts wert ist, durchstreifte ich wieder mal "wie schon so oft" sämtliche Tierheim Websites. Da rissen mich zwei Augen eines Katers namens Gräueli aus meinen Gedanken. Ich beäugte ihn sicherlich eine halbe Stunde auf der Website. Dann entschloss ich mich gleich am nächsten Tag im Tierheim anzurufen.

Ich durfte ihn dann auch schon bald besuchen. Er saß zuoberst auf seinem Katzenbaum und beäugte mich mit seinen wunderschönen grünen Augen äußerst kritisch. Als ich ihn ansprach und auf ihn zuging fauchte er mich an. Da wusste ich – er war's! Als ich ihn genauer betrachtete sah ich weshalb er noch immer im Tierheim war. Er sah ja auch aus wie ein 100-fränkiges Praliné und war 10 Jahre alt. Seine alte Dame hatte es viel zu gut mit ihrem armen Kerl gemeint.

Da mein Freund und ich den ganzen Tag arbeiten, habe ich mich auch nach einem Gspänli umgesehen, obschon er früher alleine hauste.

Kurz darauf fand ich wieder bei euch auf der Homepage eine Kätzin die mich ansprach. Ich durfte auch sie besuchen. Rolf und ich gingen ins Gehege und sie kam gleich auf uns zu. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie sah etwas seltsam aus mit Ihren Augen. Das arme Ding hatte mit ihren 3 Jahren schon einen Schädel- und Kieferbruch sowie viele gebrochene Knochen von einem Sturz. Bis auf ihr Auge ist aber alles gut verheilt. Wenn es ganz hell ist hat sie eine offene und eine geschlitzte Pupille. Deshalb nennen wir sie Luna (Voll- und Leermond). Der eigentlich Name wäre ja Tequilla.

Übrigens haben wir auch Gräueli umgetauft, da dieser Name unserer Meinung nach zu weiblich ist. Wir nennen ihn nun Lee (sprich li, Gräueli).

Lee war äußerst erfreut als er Luna sah. Er begrüßte sie herzlich, zeigte ihr auch gleich wo alles war. Die beiden schlafen zwar nicht im selben Körbchen, aber das erwarte ich auch nicht nach der kurzen Zeit. Er will immer mit ihr spielen und jagt ihr oft hinterher. Luna ist halt typisch Frau und faucht ihn oft an. Das stört ihn nicht sondern reizt ihn und zwischendurch liegen sie in einem Knäuel am Boden und kämpfen. (ohne Verletzungen). Trotzdem schnuppern sie oft aneinander und manchmal schleckt Lee auch seine Luna.

Luna ist äußerst anhänglich und miaut sehr oft, damit wir sie auch ja nicht übersehen können. Sie hat zwei Gesichter die mehrmals am Tag wechseln. Zum einen ist sie verschmust und anhänglich zum anderen sehr scheu und schreckhaft. Wir nehmen’s wie es grade kommt.

Die Beiden würden wir um keinen Preis mehr hergeben und sie danken es uns mit viel Liebe und Zuneigung.

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