Vor der Anschaffung eines Hundes
sollten einige grundlegende Überlegungen angestellt werden, denn jeder, der einen
Hund halten möchte, sollte sich darüber im klaren sein, dass er Verantwortung
für ein anderes Lebewesen übernimmt, welches von ihm abhängig ist und nebst
Aufmerksamkeit, Pflege und Geduld viele andere Dinge benötigt! Darum sollte sich jeder
Tierfreund folgende Fragen stellen, bevor er die Anschaffung eines Hundes ins Auge fasst:
- Erlaubt die Hausordnung, resp. die Verwaltung die Tierhaltung?
- Bringe ich die nötige Geduld und Zeit für einen Hund auf?
- Bringe ich das Geld für Futter, Steuern, Tierarzt, etc. auf?
- Arbeite ich weniger als 100%? Wenn nein, kann ich den Hund zur Arbeit mitnehmen?
- Ich habe keine (Klein-) Kinder, resp. sind alle Haushaltsmitglieder mit der Anschaffung einverstanden?
Wenn Sie eine oder mehrere der Fragen mit Nein beantworten
müssen, ist in Ihrem und dem Interesse des Hundes von der
Anschaffung eines Hundes abzuraten.
Wer sich einen Hund anschafft, muss sich des Zeitaufwandes bewusst sein,
egal wie alt der Hund ist. Welpen und junge Hunde können jedoch mehr
Zeitaufwand bedeuten als ein alter, ruhigerer Hund. Grundsätzlich kann
ein Hund allerhöchstens vier bis fünf Stunden allein gelassen werden.
Diese Regel gilt wieder nicht für Welpen und junge Hunde. Ein Hund sollte
jedoch nur in Ausnahmefällen so lange alleine gelassen werden, eine
Berufstätigkeit, die jeden Tag diesen oder mehr als diesen Zeitraum
umfasst, erlaubt keine artgerechte Hundehaltung, wenn sich nicht ein
anderes, erwachsenes Familienmitglied um den Hund kümmern kann. Hunde
sind von Natur aus Rudel-Tiere und sind deswegen sehr auf den Kontakt zum
Menschen angewiesen. Sonst kann auch ein Hund psychische Verletzungen
erleiden, verkümmern oder Verhaltensstörungen zeigen! Aus diesem Grund
vermitteln wir auch keine Hunde in Zwingerhaltung oder an vorübergehend
arbeitslose Personen.
Was für einen Hund fast genauso wichtig ist, sind mind. zwei besser
drei Spaziergänge pro Tag. Ein Hund benötigt sehr viel Bewegung,
spezielle Rassen sogar noch mehr! Insgesamt sollten Sie Ihrem Hund pro
Tag mind. zwei Stunden Bewegung gönnen, idealerweise zwei mal mind. eine
halbe Stunde und einmal mind. eine Stunde. Eine Ausnahme bilden auch hier
wieder Welpen und junge Hunde: Junge Hunde unter fünf Monaten sollten
nicht mehr als 20 Minuten, Welpen unter 12 Wochen nicht mehr als 10
Minuten am Stück ausgeführt werden, da der Knochen- und Gelenk-Aufbau
noch nicht abgeschlossen ist und leicht gestört werden könnte.
Der tägliche Auslauf muss sein, egal wie nass und kalt es draussen ist.
Eine weitere, wichtige Frage, die Sie sich stellen sollten, ist: Wer
kümmert sich um meinen zukünftigen Freund, wenn ich mal abwesend bin, wenn
ich in Urlaub fahre, wenn ich mal ins Spital müsste? In diesem Fall
empfehlen wir, schon frühzeitig eine "Patin" oder einen "Paten" für Ihren
Hund zu suchen, der in solchen Fällen einspringt. Diese Person muss dem
Hund vertraut sein und auch umgekehrt muss der oder die "PatIn" den Hund
mögen.
Auch folgende, wichtige Frage wird oft vergessen: Kann ich mich
konsequent gegenüber meinem Hund verhalten? Werde ich aufgestellte Regeln
konsequent durchsetzen? Bin ich in der Lage, Nein zu treuen Hundeaugen zu
sagen, die mich ins-Bett-wollend oder Wurst-bettelnd ansehen? Bin ich
eher der Typ, der mal Ja, nach zwei Stunden zur gleichen Sache wieder
Nein sagt? Dies ist darum wichtig, damit sich der Hund auf uns verlassen
kann, dass er weiss, dass ein Nein wirklich Nein bedeutet, und ein Ja
nichts anderes als Ja bedeutet, unabhängig davon, wie jetzt gerade meine
Laune ist, wie der Hund sich verhält und unabhängig davon, wie das Wetter
gerade ist, denn:
KONSEQUENTES VERHALTEN IST DIE BASIS FÜR JEDES SICHERHEITSGEFÜHL!
Wohn- und persönliche Verhältnisse: Haben Sie (Klein-)
Kinder? Leiden Sie unter Allergien? Kommen regelmässig Kinder zu Besuch?
Allgemeine Wohnsituation? Die Zürcher Kreise vier und fünf sind wohl
nicht unbedingt der ideale Ort für die Beherbergung eines Hundes. Kinder
verbringen gerne viel Zeit mit Hunden. Sie werden schnell zu ständigen
Begleitern und bauen eine ganz besondere Beziehung zu ihm auf. Doch vor allem
bei Kleinkindern ist Vorsicht geboten. Schnell können vom Hund in
spielerischer Absicht abgegebene Bewegungen zu Verletzungen führen.
Man kann die Gesellschaft von Hunden auch geniessen, ohne dauerhaft Verantwortung
zu übernehmen. Viele Tierheime, auch wir, suchen freiwillige Helfer, die
mit den Hunden spazieren gehen. Weitere Infos zu unserer Hundelaufgruppe finden Sie
hier.
Konnten Sie bis hier alle Fragen positiv beantworten?
Somit beraten wir Sie vom
Tierheim Surber
gerne bei den weiteren Fragen, die Sie sich vor der Anschaffung stellen sollten:
Welcher Hund passt zu mir und meiner Wohnsituation?
Die vier wichtigsten Fragen, die Sie sich hier stellen müssen sind
folgende: Grosser oder kleiner Hund? Rüde oder Hündin? Alter oder junger
Hund? Lehaft oder ruhig, resp. welche Rasse?
Bei der Frage gross oder klein müssen folgende Überlegungen
angestellt werden: Das Grössenverhältnis zwischen Ihnen und dem Hund
sollte ausgewogen sein, was heisst: Hunde können - und das unabhängig von
ihrer Körpergrösse - sehr viel mehr Kraft entwickeln als wir selbst, da
sie auf vier "Beinen" gehen. Sie sollten in der Lage sein, den Hund an
der Leine halten zu können, auch wenn er mal unbedingt in eine andere
Richtung als Sie selbst will oder sogar sich losreissen! Es sollte Ihnen
beispielsweise möglich sein, Ihren eigenen Hund davon abzuhalten, sich
auf Artgenossen zu stürzen, und das ohne sich selbst zu gefährden. Dies
ist umso schwieriger, je grösser und schwerer der Hund und je kleiner und
leichter der Halter ist.
Vergessen Sie also nicht, sich einen Hund entsprechend der eigenen Grösse
und Kraft zuzulegen. Somit sollte also niemals der Führer leichter sein
als der Hund, auch nicht, wenn Kinder in Begleitung Erwachsener den Hund
führen! Denken Sie daran, dass Sie als Hundebesitzer für Schäden Ihres
Hundes aufkommen müssen! Haftpflichtversicherungen zahlen nicht, wenn man
Ihnen Fahrlässigkeit vorwerfen kann!
Rüde oder Hündin? Der grösste Unterschied zwischen Rüden und
Hündinnen besteht wohl in ihrem Verhalten. Dieses hängt wiederum davon
ab, ob ein Hund kastriert/sterilisiert ist oder nicht. Eine nicht
kastrierte Hündin wird zweimal im Jahr läufig, jeweils während 21 Tagen,
was mit der Auslegung von Duftmarken in ihrer näheren Umgebung beginnt.
Sie signalisiert den Rüden damit ihre nahende Hitze (so wird die
Läufigkeit auch bezeichnet). Diese Phase kann bis zu einem Monat vor der
Hitze beginnen! Danach folgen die Blutungen, um Rüden anzulocken, jedoch
besteht zu diesem Zeitpunkt noch keine Deckbereitschaft. Diese beginnt,
wenn die Blutungen aufhören und die Vulva stark anschwillt. Nach der
Deckbereitschaft nehmen die Blutungen wieder zu, die Tatsache, dass eine
Hündin innerhalb der 21 Tage aufhört zu bluten, heisst also nicht, dass
die Hitze vorbei ist! Die meisten Hündinnen halten sich während der Hitze
sehr sauber und reinigen auch ihre Umgebung von Blutflecken. Während der
Läufigkeit muss vorallem folgendes eingehalten werden: allergrösste
Vorsicht und absoluter Leinenzwang, um eine ungewollte Deckung zu
verhindern!
Rüden sind das ganze Jahr über an Sex interessiert. Sie markieren ihr
Revier dauernd und wenn sie eine läufige Hündin wittern, sind sie fast
nicht mehr zu halten.
Jung, alt, lebhaft oder ruhig? Das Alter sowie der Bewegungsdrang
hängt natürlich mit dem Alter eines Hundes zusammen, je jünger der Hund,
umso lebhafter ist er, umgekehrt werden alle Hunde ruhiger, je älter sie
sind. Hier treffen Sie eine Auswahl, die Ihrem eigenen "Bewegungsdrang"
einigermassen entspricht. Sind Sie auch lebhaft, aktiv und gehen gerne
und oft ins Freie (auch im Winter und wenn es regnet!), wenn Sie sich
gerne vom Hund zum Spielen und Toben auffordern lassen und sich gerne
intensiv um Ihren Hund kümmern möchten, ist ein junger Hund ideal. Sind
Sie eher der ruhigere, beschaulichere Typ, der nicht allzugerne draussen
herumtollt oder evtl. nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner körperlichen
Kräfte ist, dann ist sicher auch ein ruhiger, älterer Hund gut bei Ihnen
aufgehoben.
Bedenken Sie dabei aber immer, dass ein Hund ein Lauf- und Bewegungstier
ist, ein nicht befriedigter Bewegungsdrang führt unweigerlich zu
Verhaltensstörungen! Denken Sie auch daran, dass junge Hunde und Welpen
mehr Zeit und Aufwand benötigen! Im Gegensatz zum älteren Hund müssen Sie
einem jungen Hund oder Welpen vielleicht Sachen beibringen wie
Stubenreinheit, an der Leine laufen, Autofahren und viele andere Dinge!
Kein Hund lässt sich gerne einsperren, nur weil
man keine Zeit für seine Bedürfnisse hat!
Kastrieren oder Sterilisieren?
Zwischen Kastration und Sterilisation gibt es einige Unterschiede: Da bei
der Sterilisation "nur" die Eileiter (bei der Hündin) und die
Samenstränge (beim Rüden) durchtrennt werden, bleiben alle mit der
Fortpflanzung und dem Sexualtrieb verbundenen Verhaltensweisen erhalten.
Bei der Kastration werden die Keimdrüsen entfernt, das heisst bei
der Hündin wird der Eierstock entfernt, beim Rüden die Hoden. Anders als
bei der Sterilisation bleibt bei der Kastration kein
Fortpflanzungsverhalten mehr bleibend zurück. Hündinnen werden nicht mehr
läufig, entwickeln keine Blutungen mehr - Rüden sind nicht mehr stark an
Sex interessiert und werden allgemein ruhiger. Zu empfehlen ist die
Kastration. Weitere Infos erhalten Sie von Ihrem Tierarzt. Ein weit
verbreitetes Gerücht ist noch heute, dass eine Hündin mindestens einmal
Junge haben sollte. Wie alle Gerüchte ist auch dieses falsch! Da
Hündinnen insgesamt weniger an Rangordnungsstreitigkeiten interessiert
sind und auch weniger ihre Stärke gegenüber anderen Hunden demonstrieren
müssen, sind sie für den unerfahrenen Hundebesitzer manchmal die bessere
Wahl. Sie nehmen leichter den ihnen in der Familie zugewiesenen Platz
ein.
Schlusswort
Wählen Sie bitte einen Hund aus, der den gegenseitigen Bedürfnissen am
Besten entspricht und nicht nur einseitige Wunschvorstellungen
befriedigt. Er soll zu Ihnen, Ihrer Familie und zu Ihrem Lebensstil
passen! Sowohl vom Alter her, von der Grösse und Lebhaftigkeit, als auch
vom Geschlecht und vom Charakter her.
Der Hund will eine neue Familie finden, mit der er sein ganzes Leben
verbringen kann. Und speziell der Hund aus dem Tierheim sucht keinen
spontanen, mitleidigen Retter, sondern einen liebevollen Platz, an
welchem er den Rest seines Lebens glücklich und zufrieden verbringen
kann. Er wurde bereits ein oder mehrere Male schwer enttäuscht und möchte
nicht wieder wegen einer übereilten, unvernünftigen Entscheidung wieder
verlassen werden!
Und last but not least möchten wir Sie auch auf die entstehenden Kosten
aufmerksam machen. Neben der Grundausstattung wie Leine, Korb, Näpfe,
Kamm, Bürste, etc. kommen auch wiederkehrende Kosten für Futter,
Tierarzt, Steuern, Impfungen, Haftpflichtversicherung, etc. auf Sie zu.
Je nach Grösse und Futteranspruch Ihres zukünftigen Hundes belaufen sich
die Kosten um ca. sFr. 600.- bis sFr. 1 500.- im Jahr.
Sind Sie nun nach reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen, einen Hund
bei sich aufzunehmen? Wenn Sie auch bereit sind, über einen langen
Zeitraum bei der gleichen Entscheidung zu bleiben (10-16 Jahre kann ein
Hund alt werden!), sprechen Sie mit uns, wir helfen Ihnen gerne bei der
Auswahl des passenden Hundes. Wenn Sie sich nun die Fotos unserer Hunde
ansehen möchten, die auf ein neues Zuhause warten, klicken Sie auf einen
der Links weiter unten.
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